ESG Kriterien für Unternehmen

"ESG non-compliance ist aktuell das größte unternehmerische Risiko."

 

Unternehmen, die ESG (Environment, Social, Governance) Anforderungen nicht erfüllen können, werden mittelfristig vom Markt verschwinden. EU Gesetzgebung ist in diesem Bereich schon auf dem Weg. Viele Unternehmen spüren bereits die Auswirkungen von ESG Anforderungen auf das eigene Geschäftsmodell. Finanzierungen von Banken werden verwehrt und Ausschreibungen verlangen vor der Vergabe Nachweise über ESG Compliance. Aber wie kann sich ein Unternehmen ESG Compliant aufstellen? Wo findet man die relevanten Richtlinien und Standards?

In diesem Artikel geben wir eine Guideline zur Umsetzung von ESG Compliance in Unternehmen, um dieses komplexe Thema für die Praxis anwendbar zu machen. Diese Guideline kann von jedem genutzt werden, der in einem Unternehmen strategische Verantwortung trägt oder operativ den HSE (Health, Security, Environment) Bereich betreut.

Diese Guideline ist in folgende Abschnitte gegliedert:

  1. Unternehmerische Motivation für ESG Compliance
  2. Die Ursprünge von ESG in den 17 Nachhaltigkeitszielen der UN
  3. Kommende ESG Gesetzgebung der EU durch die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD)
  4. Operative Umsetzung von ESG Compliance anhand der Standards der Global Reporting Initiative (GRI)
  5. Zusammenfassung und Handlungsempfehlung

Während die Motivation im ersten Abschnitt auf die unternehmerische Notwendigkeit von ESG Compliance hinweist, beschreibt der zweite Abschnitt den Ursprung von ESG in der Agenda 2030 und den Nachhaltigkeitszielen der United Nations. Abschnitt 3 geht auf die kommende ESG Gesetzgebung in der EU ein. In Abschnitt 4 wird beschrieben, wie Unternehmen ESG Compliance operativ umsetzen können. In Abschnitt 5 fassen wir zusammen und geben eine Handlungsempfehlung für Unternehmen, um sich zukunftssicher und ESG Compliant aufzustellen.

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1. Unternehmerische Motivation für ESG Compliance

"Inzwischen ist ESG für jedes Unternehmen eine strategische Chance."

 

Als Unternehmer ist es von großer Bedeutung Chancen und Risiken für die eigene Organisation zu beurteilen und die strategische Ausrichtung entsprechend anzupassen. ESG Compliance, also die Einhaltung von Richtlinien im Bereich Environment, Social und Governance ist nicht nur ein Megatrend, sondern hat das Potenzial über den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens zu entscheiden. Es ist eine strategische Chance aber auch ein existenzielles Risiko für ein Unternehmen.

Die Unternehmensfinanzierung ist der direkteste Einfluss, der schon heute für Unternehmen spürbar ist. Globale Finanzströme werden an ESG Richtlinien ausgelegt und finden sich in immer mehr Statuten der Fonds wieder. Ende 2020 erreichte das europäischen ESG Fondsvolumen einen Wert von 1,1 Billionen EUR. Das war ein Zuwachs von über 50% verglichen mit dem Vorjahr. Sogar Banken beginnen damit, die Finanzierung von Unternehmen einzustellen, die keine ESG Compliance besitzen. (Siehe Commerzbank)

Aber die Finanzierung ist nur ein Aspekt, der direkt und unmittelbar für die Unternehmen spürbar ist. Ein weiterer Aspekt ist das zunehmende Interesse von Kunden und Zulieferern an der ESG Compliance ihrer Geschäftspartner. Kunden, insbesondere Großkonzerne und staatliche Betriebe haben bei der Vergabe von Aufträgen ESG Richtlinien einzuhalten. Auch bei Zulieferern rückt das Thema zunehmend in den Fokus. Um selbst ESG Compliant zu sein, achten Zulieferer auf Compliance entlang Ihrer Lieferketten.

Indirekter Einfluss wird durch Mitarbeiter und durch die Konkurrenz ausgeübt. Mitarbeiter werden sich eher für nachhaltig agierende Unternehmen entscheiden. Ebenso werden sich im Konkurrenzkampf eher nachhaltige Unternehmen durchsetzen und von unseren Kunden erfahren wir bereits, dass höhere Preise durchgesetzt werden können, wenn Nachweise über Nachhaltigkeit erbracht werden können.

Inzwischen ist ESG für jedes Unternehmen eine strategische Chance. Es wird sowohl den Unternehmenswert steigern als auch höhere Preise der eigenen Produkte ermöglichen. Langfristig wird es die Finanzierbarkeit und Konkurrenzfähigkeit des Unternehmens sichern. Aber wie kann ESG Compliance effektiv und effizient in Unternehmen umgesetzt werden? Darauf gehen wir in den folgenden Abschnitten ein.


 

2. Die Ursprünge von ESG in den 17 Nachhaltigkeitszielen der UN

Der Ursprung und die zentrale Referenz für alle Anforderungen im ESG Bereich sind die 17 Nachhaltigkeitsziele von den United Nations (SDG). Diese sind in der Agenda 2030 verankert – sollen also bis 2030 erreicht werden. Staatliche Förderung soll sich nach diesen Zielen ausrichten, aber auch das Handeln von Organisationen und Unternehmen.

"Die zentrale Frage ist, welche Auswirkungen das Unternehmen auf seine Umwelt hat, also auf die Ökologie, die Ökonomie und die sozialen Interessensgruppen."

E SDG Poster 2019_without UN emblem_WEBAnhand dieser 17 Ziele kann die strategische Ausrichtung des Unternehmens gespiegelt und geprüft werden. Die zentrale Frage ist, welche Auswirkungen das Unternehmen auf seine Umwelt hat, also auf die Ökologie, die Ökonomie und die sozialen Interessensgruppen.

In der Tabelle unten listen wir die 17 Nachhaltigkeitsziele der UN auf („Sustainable Development Goals – SDG“) und geben Beispiele wie ein Unternehmen seine Handlungen in Bezug auf diese Ziele überprüfen kann. Diese Tabelle ist als Denkanstoß anzusehen, da die Auswirkungen jedes Unternehmens auf seine Umwelt höchst individuell sind. Chancen und Risiken eines Unternehmens können anhand dieser Ziele bewertet werden.

  • UN SDG Ziel Bsp. Handlung im Unternehmen
    1. Armut in all ihren Formen überall beenden Löhne in Entwicklungsländern zahlen, die ein Leben über der Armutsgrenze ermöglichen;
    Überprüfen, dass auch Zulieferer in Entwicklungsländern Löhne über der Armutsgrenze sicherstellen
    2. Hunger beenden, Ernährungssicherheit und bessere Ernährung erreichen und nachhaltige Landwirtschaft fördern Auf nachhaltige Lebensmittelproduktion für Verpflegung im Unternehmen achten;
    Für die Lebensmittelindustrie ist die Überprüfung der Nachhaltigkeit der Lieferkette besonders bedeutend
    3. Ein gesundes Leben fördern, Wohlbefinden aller Menschen jeden Alters Auf Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit in der Produktion achten, auch entlang der Lieferkette;
    Umweltverschmutzungen vermeiden, welche die Gesundheit von Menschen beeinträchtigen
    4. Gleichberechtigte Bildung mit hoher Qualität sicherstellen und Möglichkeiten bieten, um lebenslang zu lernen Bei der Ausbildung, Weiterbildung und Förderprogrammen auf Gleichberechtigung achten;
    Allen Arbeitnehmern Möglichkeiten der Weiterbildung bieten und fördern
    5. Erreichen von Gleichstellung der Geschlechter und Stärkung aller Frauen und Mädchen Diversity Richtline im Unternehmen verankern;
    Führungskräfte zu Diversity-Belangen schulen und sensibilisieren
    6: Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle sicherstellen Jegliche Verschmutzung einstellen, die das Trinkwasser verunreinigt;
    Den Wasserverbrauch des Unternehmens stark reduzieren
    7. Zugang zu bezahlbarer, zuverlässiger, nachhaltiger und moderner Energie für alle sicherstellen Energieverbrauch im Unternehmen reduzieren;
    Eigene erneuerbare Energieversorgung und Batterien aufbauen
    8. Förderung von nachhaltigem, integrativem und nachhaltigem Wirtschaftswachstum, produktiver Vollbeschäftigung und menschenwürdiger Arbeit Sicherstellen, dass menschenwürdige und fair bezahlte Arbeit entlang der Lieferkette entsteht;
    Sicherstellen, dass die Unternehmensstrategie Zukunftsrisiken wie dem Klimawandel standhalten kann
    9. Aufbau einer widerstandsfähigen Infrastruktur, Förderung einer integrativen und nachhaltigen Industrialisierung und Förderung von Innovation Produktion umrüsten auf Ressourceneffizienz und nachhaltige Technologien;
    Hoher Anteil an Arbeitskräften in R&D Bereichen
    10. Verringerung der Ungleichheit innerhalb und zwischen Ländern Gleiche Löhne für gleiche Arbeit bezahlen;
    Jegliche Art von Diskriminierung in den Unternehmen ausschließen
    11. Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig machen Abwasser und Schadstoffbelastung vermeiden oder verringern;
    Verschmutzung der Luft, insbesondere nahe von Siedlungen, vermeiden
    12. Sorge für nachhaltigen Konsum und Produktion Life-Cycle Betrachtung der eigenen Produkte und Implementierung von nachhaltigen Life-Cycle Konzepten;
    Die Produkte auf die Möglichkeiten von Recycling und Wiederverwendung auslegen
    13. Ergreifen von Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen Vermeidung vom Ausstoß von Treibhausgasen;
    Beitrag zu widerstandsfähiger Infrastruktur bei Naturkatastrophen
    14. Ozeane, Meere und Meeresressourcen für eine nachhaltige Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen Kein Abwasser ins Meer oder Flüsse einleiten;
    Nachhaltiger Umgang mit Meeresressourcen, insb. bei der Fischereiindustrie
    15. Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Landdegradation stoppen und umkehren und den Verlust der biologischen Vielfalt stoppen Keine Ökosysteme und Habitate durch Bebauung von Firmengelände zerstören;
    Nachhaltige Nutzung von Rohstoffen wie bspw. Holz (auch entlang der Lieferkette)
    16. Förderung friedlicher und integrativer Gesellschaften für nachhaltige Entwicklung, Zugang zur Justiz für alle und Aufbau wirksamer, rechenschaftspflichtiger und integrativer Institutionen auf allen Ebenen Sicherstellen, dass entlang der gesamten Lieferkette keine Kinderarbeit eingesetzt wird;
    Sicherstellen, dass keine Praktiken in Bezug auf Geldwäsche oder Bestechung akzeptiert werden
    17. Die globale Zusammenarbeit für nachhaltige Entwicklung fördern und neu beleben Handel unter den Regelungen der WHO betreiben;
    Technologiepartnerschaften über Ländergrenzen hinweg eingehen

 

3. Kommende ESG Gesetzgebung der EU durch die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD)

"Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) soll Ende Oktober 2022 von der Europäischen Kommission verabschiedet werden.

 

ESG Gesetzgebung wird in der EU umgesetzt. Bereits 2014 hat die EU erkannt, dass die Interessen an ESG Informationen von verschiednen Gruppen, insbesondere von Finanzinvestoren steigen. Daher hat sie die erste Richtlinie über die die Angabe nichtfinanzieller Informationen (Richtlinie 2014/95/EU) in 2014 veröffentlicht.

Allerdings entsprachen die Informationen, die von den Unternehmen veröffentlicht werden, nicht den Anforderungen der Interessensgruppen. Im Rahmen des „Green Deal 2050“ wurde nachgebessert im April 2021 ein Vorschlag für die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) veröffentlicht, der Ende Oktober 2022 von der Europäischen Kommission verabschiedet werden soll.

Diese ESG Initiative der EU ist ein sehr guter Schritt in die richtige Richtung. Es gibt einen wachsenden Informationsbedarf der Interessensgruppen, aber keine ausreichend klaren und verständlichen Informationen von den Unternehmen. Auf der anderen Seite gibt es für Unternehmen keine klaren und durchsichtigen Regeln, wie eine Berichterstattung an die Interessensgruppen zu leisten ist. Daher ist die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) der EU ein großer Fortschritt für beide Seiten.

Anforderungen des EU CSRD sind:

  • Verpflichtende Berichterstattung von allen Großunternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern und börsennotierten Unternhemen

  • Für KMU wird es eine reduzierte Version der Berichterstattungsrichtlinien geben

  • Die veröffentlichen Informationen müssen extern geprüft werden

  • Die Daten sollen in einem digitalen Format vorliegen und so übertragbar und nachvollziehbar sein

Die wichtigsten Inhalte darüber was zu berichten ist, sind in Art. 19 der Richtline verankert:

  • Umweltfaktoren über Klimaschutz; Anpassung an den Klimawandel; Wasser- und Meeresressourcen; Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft; Verschmutzung, Biodiversität und Ökosysteme;

  • Sozialfaktoren über Chancengleichheit und Gleichbehandlung für alle, gerechte, gesunde und sichere Arbeitsbedingungen, die Achtung der Menschenrechte;

  • Governance-Faktoren über die Rolle der Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane; Unternehmensethik und Unternehmenskultur inkl. der Bekämpfung von Korruption und Bestechung; Lobbytätigkeiten; Beziehungen zu Geschäftspartnern; interne Kontroll- und Risikomanagementsysteme

Das Ziel ist es das Reporting so einfach wie möglich für die Unternehmen zu gestalten und gleichzeitig die Relevanz und Richtigkeit der berichteten Inhalte zu behalten. Konformität mit den global akzeptieren Standards der Global Reporting Inititative (GRI) sind bereits bestätigt.


 

4. Operative Umsetzung in den Unternehmen anhand der Standards der Global Reporting Initiative (GRI)

"Der GRI Standard ist die operative Guideline, wie ein Unternehmen ESG Compliance sicherstellen kann."

 

Die Global Reporting Initiative (GRI) wurde 1997 mit Unterstützung des Umweltprogramms der United Nations gegründet und hat sich inzwischen zum globalen Standard für Nachhaltigkeitsberichterstattung und ESG Kennzahlen entwickelt.

Der GRI Standard ist die operative Guideline, wie ein Unternehmen ESG Compliance sicherstellen kann. Die Umsetzung folgt klaren Prinzipien und einem strukturierten Prozess. Im Wesentlichen muss ein Unternehmen bestimmen, wo der eigene Einfluss („Impact“) am Größten ist, und den Bericht dann danach priorisieren.

Interessensgruppen („Stakeholder“), die in einer solchen Betrachtung Berücksichtigung finden müssen sind Geschäftspartner, Organisationen der Zivilgesellschaft, Verbraucher, Kunden, Angestellte und andere Arbeitnehmer, Regierungen, lokale Gemeinschaften, Nichtregierungsorganisationen, Organisationen, Aktionäre und andere Investoren, Lieferanten, Gewerkschaften und andere gefährdete Gruppen.

Der Einfluss auf diese Gruppen durch das Unternehmen bestimmt, was relevant ist. Bspw. ist der CO2 Ausstoß für einen Bürobetrieb eher vernachlässigbar. Jedoch könnte für den Bürobetrieb die Gleichstellung („Diversity“) von besonderer Bedeutung sein. Mit der Analyse der Interessensgruppen ist sichergestellt, dass sich die Unternehmen auf die relevanten Informationen fokussieren.

Der Prozess der Erstellung eines ESG-Berichts nach GRI Standards folgt 3 Schritten:

  1. Analyse der Interessensgruppen und Einfluss („Materiality Assessment“)
    1. Betrachtung des Unternehmenskontext und Bestimmung, auf welche Interessensgruppen (Stakeholder) das Unternehmen Einfluss hat

    2. Bestimmung der Wichtigkeit der einzelnen Einflüsse und Priorisierung der Bereiche (Material Topics) für die Berichterstattung

  2. Berichterstattung („Report Information“)
    1.  Bericht über die „General Standards“ – muss jedes Unternehmen veröffentlichen
    2. Bericht über „Sector Standards” – betrifft bestimmte Industrien wie bspw. Öl- und Gas

    3. Bericht über die „Topics Standards“ – abgeleitet aus der Analyse der Interessensgruppen und dem Einfluss des Unternehmens

  3. Registrierung des Berichts bei der GRI

Die General Standards, die jedes Unternehmen veröffentlichen muss, umfassen das Organisationsprofil des Unternehmens, sowie die Strategie und Reportingprozesse in Bezug auf Nachhaltigkeit. Die Sector Standards beziehen sich auf Reportinganforderungen bestimmter Wirtschaftsbereiche, bspw. Öl und Gas. Die Topic Standards sind das zentrale Element der Berichterstattung. Sie basieren auf der Analyse der Interessensgruppen und dem Einfluss des Unternehmens.

Beispiele für die Topic Standards können Bereiche wie Korruptionsbekämpfung, Abwasser, CO2 Ausstoß, Arbeits- und Gesundheitsschutz oder Diversity-Themen sein. Im Folgenden geben wir illustrativ noch zwei Beispiele für die Anforderungen von Topic Standards, den Arbeitsschutz (GRI 403) und den Treibhausgasausstoß (GRI 305).

Die Anforderung des Topic Standards für Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz (GRI 403) fordert folgende Daten und Kennzahlen zu erheben und zu veröffentlichen:

Beschreibungen vom:

  • Arbeitsschutzmanagementsystem

  • Gefahrenerkennung, Risikobewertung und Untersuchung von Vorfällen

  • Arbeitsmedizinische Dienste

  • Arbeitnehmerbeteiligung, Beratung und Kommunikation zu Arbeits- und Gesundheitsschutz

  • Mitarbeiterschulung zum Arbeits- und Gesundheitsschutz

  • Förderung der Gesundheit der Arbeitnehmer

  • Prävention und Minderung von Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz, Auswirkungen, die direkt mit Geschäftsbeziehungen verbunden sind

Kennzahlen die erhoben werden sollen:

  • Anzahl der Arbeitnehmer, die unter einen Arbeitsschutz Management System fallen

  • Anzahl arbeitsbedingter Verletzungen

  • Anzahl arbeitsbedingter Krankheiten

Es ist insbesondere wichtig, dass alle Mitarbeiter vom Arbeitsschutzmanagementsystem betreut werden. Das sollte nicht nur die eigenen direkten Arbeitnehmer betreffen, sondern auch die Arbeitskräfte von Zulieferern und anderen Gruppen, die nicht unter dem direkten Einfluss der Organisation stehen.

Beim Ausstoß von Treibhausgasen (GRI 305) sollen folgende Veröffentlichungen im Bericht inkludiert werden:

Beschreibung vom:

  • Managementsystem für Treibhausgase und deren Reduktion

Kennzahlen die erhoben werden sollen:

  • Direkte (Scope 1) Treibhausgasemissionen (direkter Ausstoß durch die Produktionsprozesse des Unternehmens, die auch der direkten Kontrolle unterstehen.

  • Indirekte (Scope 2) Treibhausgasemissionen (indirekter Ausstoß durch von der Organisation gekaufte Energie in Form von Elektrizität, Wärme, Kälte etc.).

  • Indirekte (Scope 3) Treibhausgasemissionen (indirekter Ausstoß, der nicht direkt von der Organisation kontrolliert wird. Bspw. durch zugelieferte Produkte, Distribution der eigenen Produkte oder auch durch Geschäftsreisen verursachten Ausstoß)

  • Intensität der Treibhausgasemissionen (hier kommt es auf die Relation an, also wie viel Treibhausgas bspw. pro produzierte Einheit ausgestoßen wird)

  • Reduktion der Treibhausgase (aufgeschlüsselt nach den verschieden Scopes und separat von den Offsets, also wie viel tatsächlich reduziert wurde)

  • Emissionen von Ozonschädlichen Substanzen (Trichlorfluormethan oder Äquivalente)

  • Stickoxide (NOx), Schwefeloxide (SOx) und andere erhebliche Luftemissionen (bspw. in Lackierereien sind diese Emissionen besonders wichtig)

Die Treibhausgasemmissionen sollen generell in CO2 Äquivalenten (CO2e) angegeben werden. Treibhausgase wie Methan werden anhand dem „Global Warming Potential (GWP)“, auf deutsch Treibhauspotenzial, in CO2 Äquivalente umgewandelt. Methan hat bspw. das 28-fache Treibhauspotenzial von CO2. D.h. der Ausstoß von einer metrischen Tonne Methan (CH4) entspricht 12 metrischen Tonnen Kohlenstoffdioxid (CO2).


 

5. Zusammenfassung und Handlungsempfehlung

"Compliance mit ESG Richtlinien wird zu dem entscheidenden Faktor für die nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens werden."

 

Unsere klare Handlungsempfehlung ist, ESG als strategische Chance zu betrachen und das eigene Unternehmen ESG Compliant aufzustellen. Es steigert den Unternehmenswert und sichert die Finanzierbarkeit des Unternehmens ab. Regulatorische Vorgaben werden in der EU gerade vorbeireitet und werden mit der EU Corporate Sustainability Reporting Dirctive (CSRD) Einzug in alle Wirtschaftsbereiche erhalten. Compliance mit ESG Richtlinien wird zu dem entscheidenden Faktor für die nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens werden.

Wir empfehlen Kenntnis der 17 Nachhaltigkeitsziele und die Strategie des Unternehmens danach auszurichten. Um ESG Compliance zu erreichen, empfehlen wir eine Analyse der Interessensgruppen und den Einfluss des Unternehmens durchzuführen. Daran lassen sich die relevanten ESG Bereiche bestimmen und das Reporting ausrichten. Die GRI Standards bieten dafür einen umfassenden und weltweit akzeptierten Standard. Die EU ist eine Partnerschaft mit der GRI eingegangen und hat Konformität mit den Standards bestätigt.

Im Bild unten ist dargestellt, aus welchen Bereichen sich die Nachhaltigkeitsleistung eines Unternehmens in einem ESG Score berechnen lässt. Um die prozentualen Erfüllungswerte zu erreichen, muss ein Unternehmen die relevanten GRI Standards (siehe Abschnitt 4) erfüllen und kontinuierlich Verbesserungen erzielen. Dazu gehören sowohl die Beschreibungen der Nachhaltigkeitsmanagementsysteme, als auch die Erhebung und Veröffentlichung von relevanten Nachhaltigkeitskennzahlen.

ESG Score2

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